Die Gattung
Boswellia umfasst mehrere Arten, die nach ihrem
geographischen Standort unterschieden werden. Die Arten
B. carteri und frereana kommen in Südarabien und einigen
Gegenden Afrikas vor, B. serrata in Indien. Gewonnen
wird das Harz, das nach dem Anritzen der Rinde in
tränenförmigen Klumpen an der Luft erstarrt. Unter
Weihrauch oder Olibanum wird meist das Harz der
arabischen oder afrikanischen Arten verstanden,
Indischer Weihrauch oder Salai guggal ist das Harz von
B. serrata.
Weihrauch diente schon seit Jahrtausenden als
Räuchermittel für religiöse Zwecke, aber auch als
Arzneimittel. Im Altertum war er so wertvoll wie Gold –
kein Wunder, dass die heiligen drei Könige neben Gold
und Myrrhe auch Weihrauch dem Jesuskind brachten. Heute
wird der Brauch des Verbrennen von Weihrauchs u.a. noch
von der Katholischen Kirche zelebriert.
Wo kann der
Weihrauchbaum helfen?
Ausgehend von der traditionellen indischen Medizin
wurden Extrakte vor allem aus dem Indischen Weihrauch
auch nach westlichen Methoden untersucht. Die in dem
Harz enthaltenen Boswelliasäuren scheinen gut
entzündungshemmend zu wirken indem sie die Bildung
einiger Entzündungsmediatoren, den Leukotrienen, hemmen.
Dieser Ansatz könnte vielversprechend vor allem zur
unterstützenden Behandlung chronisch entzündlicher
Erkrankungen, wie z.B. Colitis ulcerosa, Morbus Crohn,
Arthritiden, Asthma sein, da Weihrauch offenbar sehr gut
vertragen wird und nicht toxisch zu sein scheint.
Allerdings sind diese Ergebnisse erst vorläufig und es
werden sicher noch viele Jahre vergehen bis ein
entsprechendes Arzneimittel bei uns auf den Markt kommen
wird.
Worauf ist unbedingt zu
achten?
In Deutschland ist der Extrakt, der auch für die Studien
verwendet wurde (H15 oder Sallaki), nur als
Importarzneimittel auf Verschreibung durch einen Arzt
erhältlich. Eine Therapie sollte auch nur nach
Vorschrift des Arztes erfolgen, da je nach Erkrankung
unterschiedlich dosiert werden muss. Bei unzureichender
Dosierung besteht nämlich möglicherweise die Gefahr,
dass vermehrt Leukotriene gebildet und die Erkrankung
dadurch verschlimmert werden könnte.
Die in Deutschland frei erhältlichen Präparate mit
Weihrauch sind nicht als Arzneimittel zugelassen und
besitzen den Status eines Nahrungsergänzungsmittels. Sie
sind somit zur Behandlung der o.g. Erkrankungen nicht
geeignet, ein vorbeugender Effekt bleibt fraglich.
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