Homöpathie & Naturheilkunde

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Schüssler

 

 

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Wilhelm Heinrich Schüßler ließ sich nach Studienjahren in Paris, Prag und Berlin 1858 als homöopathischer Arzt in Oldenburg nieder. Er befasste sich intensiv mit der Bedeutung der Mineralstoffe für den menschlichen Körper und entwickelte schließlich eine eigene Heilweise - die „Biochemie nach Dr. Schüßler".

Die Methode beruht auf der Erkenntnis, dass jede Zelle unseres Organismus Mineralstoffe enthält. Ein Mangel einer oder mehrerer Mineralien führt zu einer Störung des Körpers und somit zu einer Krankheit.

Schüßler konnte 12 Mineralsalzen bestimmte Organfunktionen zuordnen und somit den Grundstein seiner biochemischen Heilweise legen.

Nr.1

Funktion: Calcium fluoratum D 12 (Kalziumfluorid)

Hauptmittel für das Stützgewebe; unterstützt die Resorption und Erweichung von Gewebsverhärtungen und erhält die Elastizität des Bindegewebes.

Anwendung: Neigung zu Karies, Bindegewebsschwäche, Hämorrhoiden, Krampfadern, Organsenkungen

Nr.2

Funktion: Calcium phosphoricum D 6 (Kalziumphosphat)

Fördert die Zellteilung und Zellbildung, reguliert übersteigerte Stoffwechselprozesse.

Anwendung: Zur Stärkung in der Rekonvaleszenz; bei schlecht heilenden Knochenbrüchen, gestörter Blutbildung, Rachitis.

Nr.3

Funktion: Ferrum phosphoricum D 12 (Eisenphosphat)

Gilt als wichtiges Entzündungsmittel und wirkt im ersten Stadium einer Entzündung; beeinflusst gleichzeitig die Stimulation der Blutbildung.

Anwendung: Bei Blutarmut, mangelnder Durchblutung mit rheumatischen Beschwerden, Konzentrationsstörungen, Blutwallung bei Erregung, Eisenmangel, geeignet zur allgemeinen Tonisierung.

Nr.4

Funktion: Kalium chloratum D 6 (Kaliumchlorid)

Födert die Entgiftung des Organismus und ist das Hauptmittel bei Entzündungen; Wirkung bei wiederkehrenden Entzündungen chronischer und subakuter Art sowie bei fiebrigen Schleimhauterkrankungen.

Anwendung: Bronchitis, Mumps, Stockschnupfen, Entzündungen des Mittelohres, der Sehnenscheiden und der Mundschleimhaut.

Nr.5

Funktion: Kalium phosphoricum D 6 (Kaliumphosphat)

Zur Verhütung von Zerfall und Gewebsschwund, antiseptische Wirkung im Organismus; zudem positiver Einfluss auf das vegetative Nervensystem.

Anwendung: Stärkungsmittel bei allgemeiner Erschöpfung geistiger und körperlicher Art wie Nervenschwäche, Gedächtnisschwäche, Herzschwäche sowie bei Übererregbarkeit.

Nr.6

Funktion: Kalium sulfuricum D 6 (Kaliumsulfat)

Hauptmittel im 3. Entzündungsstadium (Wiederherstellungsstadium); sollte nach jeder Entzündung beim Abklingen von Entzündungen eingesetzt werden. In der Biochemie gilt es als das Mittel für die Leberzellen.

Anwendung: Bei chronisch eitrigen Schleimhautkatarrhen, zur Förderung der Entgiftungs- und Ausscheidungsvorgänge.

Nr.7

Funktion: Magnesium phosphoricum D 6 (Magnesiumphosphat)

Dämpft die Übertragung der neuromuskulären Impulse, setzt die vegetative Erregbarkeit herab und gilt als biochemisches Krampf- und Schmerzmittel.

Anwendung: Bei Schlafstörungen, Migräne, Neuralgien, vegetativer Fehlschaltung, Engegefühl in der Herzgegend, Blähungen, krampfartiger Verstopfung, Vorbeugung von Thrombosen.

Nr.8

Funktion: Natrium chloratum D 6 (Natriumchlorid, Kochsalz)

Zur Beschleunigung der Zellneubildung und Anregung der Bildung von roten Blutkörperchen. Reguliert den Wasserhaushalt und gilt als wichtiges Mittel zur Erhaltung des Säure-Basengleichgewichtes.

Anwendung: Rheumatische Beschwerden, Blutarmut, chronische Verstopfung, Abmagerung.

Nr.9

Funktion: Natrium phosphoricum D 6 (Natriumphosphat)

Wichtiges Mittel für den Harnsäurehaushalt; regt die Stoffwechselausscheidung an, mindert die Bereitschaft für Entzündungen und fördert die Bildung der Phospholipide.

Anwendung: Nierenentzündung, Gelbsucht, Rheuma, Ischias, gestörter Fettstoffwechsel.

Nr.10

Funktion: Natrium sulfuricum D 6 (Natriumsulfat; Glaubersalz)

Löst überschüssiges Wasser aus dem Körper und schwemmt Stoffwechselzwischenprodukte aus, dadurch wirkt es gewebe- und blutreinigend. Regt die Lebertätigkeit an, und fördert den Gallefluß.

Anwendung: Funktionelle Leber- und Gallestörungen, Fettleibigkeit.

Nr.11

Funktion: Silicea D 12 (Kieselsäure)

Wirkung auf Knochen, Bindegewebe und Nervenfasern, verbessert deren Widerstandsfähigkeit und Festigkeit durch die Anregung der Kollagenbildung.

Anwendung: Bindegewebs- und Regenerationsmittel; Neigung zu chronischen Eiterungen, Furunkeln, Fisteln, Abszessen, schlechte Wundheilung und Wachstumsstörungen der Haare und Nägel.

Nr.12

Funktion: Calcium sulfuricum D 6 (Kalziumsulfat)

Kann Eiterungen lösen; gestaute Flüssigkeiten ablaufen lassen

Anwendung: chronische Eiterungen, Rheuma, Gicht, Stockschnupfen.


Die Potenzierung:

Schüßler „potenzierte“ (verdünnte) die Mineralstoffe, um sie für die Zelle aufnahmefähig zu machen.

Nach den Regeln der Homöopathie werden die Schüßler-Salze mit Milchzucker verrieben; verdünnt und zu Tabletten gepresst.

Das Einnehmen der Salze:

Nicht schlucken! Die Tabletten einzeln im Munde zergehen lassen, am besten 1/4 bis 1/2 Stunde vor einer Mahlzeit. So haben die feinstverteilten Wirkstoffe die Möglichkeit, bereits durch die Mundschleimhaut aufgenommen zu werden und schnell in die Blutbahn zu gelangen.

Die Tabletten können auch im Wasser aufgelöst werden. In diesem Fall schluckweise trinken und jeden Schluck möglichst lange im Mund behalten.

Die Mineralstoffe dürfen nicht mit Metall in Berührung kommen - keinen entsprechenden Löffel zum Umrühren benutzen.

Dosierung:

Im akuten Fall läßt man alle drei bis fünf Minuten eine Tablette im Mund zergehen; chronisch Kranke nehmen in der Regel sieben bis zehn Tabletten pro Tag ein. In allen sonstigen Fällen reicht erfahrungsgemäß die Einnahme einer Tablette alle zwei Stunden.

Erfahrene Heilpraktiker oder homöopathisch ausgebildete Ärzte werden Ihnen das richtige Schüßler-Salz mit der erforderlichen Dosierung verordnen oder empfehlen.

Bezugsquellen:

Bei den Schüßler-Salzen handelt es sich um homöopathische Arzneimittel, die Sie in der Apotheke erwerben können.

Literaturempfehlungen:

• Feichtinger, Mandl, Niedan: „Handbuch der Biochemie nach Dr. Schüßler“, Heidelberg: HAUG Verlag, 1999
• Feichtinger, Niedan: „Praxis der Biochemie nach Dr. Schüßler“, Heidelberg: HAUG Verlag, 2000
• Feichtinger, Niedan: „Gesund durchs Jahr mit Schüßler Salzen“, Heidelberg: HAUG Verlag, 2000
• Dr. Kurt Hickethier: „Lehrbuch der Biochemie“, Verlag F. Depke, 12. Auflage 2001
• R. Kellenberger/ F.Kopsche: „Mineralstoffe nach Dr. Schüßler“, AT Verlag 1997
• Feichtinger, Niedan: „Antlitzanalyse in der Biochemie nach Dr. Schüßler mit 250 Fotos“, Heidelberg: HAUG Verlag, 2001
 

 

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Stand:  01.02.08