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Nachtkerze - Oenothera biennis |
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Nachtkerze -
Oenothera biennisDie ursprünglich in Nordamerika
beheimatete Pflanze kam im 17. Jahrhundert in die
botanischen Gärten Europas und verbreitete sich nach und
nach fast überall in Europa. Bei den Ureinwohnern
zunächst als Nahrungspflanze genutzt, baute man die
Nachtkerze später an, um die fleischige Wurzel als
Gemüse zu nutzen. Erst nach 1940 galt das Interesse vor
allem den Samen, die ein an den mehrfach ungesättigten
Fettsäuren Linol- und Gamma-Linolensäure reiches Öl
liefern.
Woher kommt der Name?
Der Name Oenothera leitet sich vom griechischen Wort „oinos“
= Wein ab und bezieht sich auf den Weingeruch der
Nachtkerzenwurzel. „Biennis“ = zweijährig weist auf die
Zweijährigkeit der Pflanze hin. Der deutsche Name
„Nachtkerze“ trägt dem Umstand Rechnung, dass sich die
Blüten erst gegen Abend öffnen und die Bestäubung durch
Nachtfalter erfolgt.
Wo kann die Nachtkerze helfen?
Mehrfach ungesättigte, langkettige Fettsäuren spielen im
Stoffwechsel des Menschen eine große Rolle. Sie sind an
dem Aufbau von Zellmembranen beteiligt und als
Ausgangsstoffe für körpereigene Mediatoren im
Stoffwechsel von Bedeutung und wirken so
immunmodulierend und entzündungshemmend. Das Öl aus den
Samen der Nachtkerze zeichnet sich vor allem durch einen
hohen Gehalt an Gamma-Linolensäure aus. Präparate aus
dem Nachtkerzenöl werden innerlich insbesondere beim
atopischen Ekzem (Neurodermitis) empfohlen, aber auch
als Nahrungsergänzungsmittel zur unterstützenden
Therapie bei anderen Erkrankungen, bei denen ein
Zusammenhang mit einem Mangel an Gamma-Linolensäure
vermutet wird, wie z.B. diabetische Neuropathie,
prämenstruelles Syndrom mit dem Leitsymptom
Brustschmerzen, rheumatoider Artritis oder zu hohe
Blutfettwerte. Im Gegensatz zum atopischen Ekzem ist
eine Wirksamkeit bei diesen Beschwerden allerdings
wissenschaftlich nicht belegt.
Äußerlich anzuwendende Präparate werden zur Behandlung
trockener Haut verwendet.
Worauf ist unbedingt zu achten?
Die Wirksamkeit von Nachtkerzenöl tritt nur langsam ein,
so dass die Präparate über einen längeren Zeitraum
angewendet werden sollten. Zu Therapiebeginn kann
zunächst die höchste empfohlene Dosis eingenommen und
bei eintretender Besserung reduziert werden.
Obwohl keine fruchtschädigende Wirkung bekannt ist,
sollte Nachtkerzenöl grundsätzlich nicht ohne
Rücksprache mit dem Arzt während Schwangerschaft und
Stillzeit eingenommen werden.
Personen, die an epileptischen Erkrankungen
(Anfallsleiden) leiden oder gelitten haben oder
bestimmte, die Krampfschwelle erniedrigende Medikamente
(z.B. Phenothiazine) einnehmen, dürfen Produkte aus dem
Nachtkerzenöl nur auf Anraten ihres Arztes verwenden.
Dies gilt auch für äußerlich anzuwendende Zubereitungen,
da nicht bekannt ist, inwieweit sie durch die Haut in
den Organismus aufgenommen werden.
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