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| Der
Myrrhenbaum - Commiphora molmol |
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Die Echte
oder Heerabol-Myrrhe ist das an der Luft getrocknete
Gummiharz des Myrrhenbaumes. Myrrhe wurde schon im
Altertum geschätzt und zu Heilzwecken und religiösen
Zeremonien verwendet. Schriftlich erwähnt wurde Myrrhe
bereits 600 Jahre vor Christus in der Tang-Dynastie,
aber auch in der Ayurvedischen Medizin Indiens spielte
Myrrhe eine große Rolle. Die alten Ägypter nutzten das
Harz als Wundbehandlungsmittel und für
Einbalsamierungen. König Salomon soll Myrrhe als
Geschenk der Königin von Sheba erhalten und so den Juden
zugänglich gemacht haben. Die alten Griechen sollen nie
ohne Myrrhe in die Schlacht gezogen sein, um ihre Wunden
behandeln zu können.
In der Bibel wird Myrrhe als eines der drei Geschenke
beschrieben, das die Drei Heiligen Könige dem
neugeborenen Jesuskind überreichten. Dem gekreuzigten
Jesus wurde ein mit Myrrhe geharzter Wein angeboten,
wahrscheinlich um die Schmerzen zu lindern. Doch Jesus
lehnte ab.
Woher kommt der Name?
„Commiphora“ setzt sich vermutlich aus den griechischen
Wörtern „commi“ = Klebstoff und „phoros“ = tragend
zusammen und bezieht sich auf das spontan oder nach
Verletzungen der Rinde austretende klebrige Harz des
Myrrhenbaumes. Das Wort „molmol“ ist somalischer
Herkunft und bedeutet sehr bitter. Myrrhe leitet sich
vom arabischen „murr“ = bitter ab.
Wo kann der Myrrhenbaum helfen?
Myrrhentinktur ist aufgrund seiner desinfizierenden,
wundheilungsfördernden und schmerzstillenden Wirkungen
ein ausgezeichnetes Mittel, um Entzündungen der
Mundschleimhaut und des Rachens zu behandeln. Auch
Druckstellen im Mund z.B. durch schlecht sitzende
Prothesen können so behandelt werden.
Die Myrrhentinktur wird dabei unverdünnt, ev. in
Mischungen mit gerbstoffhaltigen Pflanzenauszügen wie
Tormentill- oder Rathaniatinktur verwendet. Für
Mundspülungen oder zum Gurgeln wird Myrrhentinktur
verdünnt angewandt.
Worauf ist unbedingt zu achten?
Zubereitungen aus der Myrrhe sollten zumindest in
höherer Dosierung nicht innerlich verwendet werden. Die
Wirksamkeit bei den volksmedizinisch empfohlenen
Anwendungsgebieten wie Darminfektionen und Husten sind
nicht erwiesen. Höhere Dosen dagegen können zu
Herzrhythmusstörungen, Nierenreizung, Durchfällen und
Störungen der Blutzuckerregulation führen. Daher ist
insbesondere bei chronisch Kranken und während
Schwangerschaft und Stillzeit Vorsicht geboten.
Im Handel erhältlich sind einige
Schwedenkräuterrezepturen sowie Liköre, die Myrrhe als
Bestandteil zur innerlichen Anwendung enthalten.
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