Bereits in
der Antike wurden der Mönchspfeffer als Heilpflanze geschätzt und von
Dioskurides in der Materia medica beschrieben. Zugleich war der Strauch
ein Sinnbild für Keuschheit. Im Mittelalter verwendeten Mönche die
scharf schmeckenden Früchte als Pfefferersatz und wurden so in ihrem
enthaltsamen Leben unterstützt. Im 19. Jhd. wurden Zubereitungen aus den
Früchten in der Homöopathie in entsprechender Verdünnung als
Aphrodisiakum angewandt. Erst später wurde die modifizierende Wirkung
auf die Geschlechtshormone erkannt.
Die Blätter wurden teilweise als Hopfenersatz in der Bierbrauerei
verwendet.Woher kommt der Name?
Das Wort agnus soll sich vom griechischen a = weg und gonos =
Nachkommenschaft bzw. agnos = keusch, rein ableiten, nicht dagegen vom
lateinischen agnus = Lamm. Castus bedeutet lateinisch ebenfalls rein.
Möglicherweise kam das Synonym „Keuschlamm“ durch eine Übersetzung von
agnus-castus = „keusches Lamm“ zustande. Der Begriff „Mönchspfeffer“
bezieht sich auf die Verwendung der Früchte als Pfefferersatz.
Wo kann der Mönchspfeffer helfen?
Wässrig-alkoholische Extrakte aus den Mönchspfefferfrüchten werden bei
prämenstruellem Syndrom, zur Normalisierung von Zyklusunregelmäßigkeiten
und schmerzhaftem Spannungsgefühl in den Brüsten eingesetzt. Diese
Beschwerden werden auch auf eine u.U. stressbedingte Erhöhung des
Prolaktinspiegels, einem Hormon, das die Brustdrüse und Milchbildung
stimuliert, zurückgeführt. Eine Behandlung kann hier das Gleichgewicht
zwischen den Geschlechtshormonen wieder normalisieren. Die Wirksamkeit
setzt allerdings langsam ein und kann erst nach etwa 3 Monatszyklen
beurteilt werden.
Worauf ist unbedingt zu achten?
Da Zubereitungen aus den Mönchspfefferfrüchten Wirkungen auf
Geschlechtshormone zeigen, sollen solche Präparate nicht während
Schwangerschaft und Stillzeit sowie während der Pubertät oder bei
Vorliegen geschlechtshormonabhängiger Krankheiten wie z.B. Endometriose
oder bestimmte Krebserkrankungen angewandt werden. Bei plötzlich
auftretenden Zyklusanomalien oder Schmerzen in den Brüsten muss zunächst
die genaue Ursache durch den Frauenarzt abgeklärt werden. |