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| Der
Mäusedorn - Ruscus aculeatus |
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Der
stechende Mäusedorn wurde bereits in der Antike und
Mittelalter als wassertreibendes Mittel heilkundlich
genützt. Danach geriet er jedoch in Vergessenheit und
man erinnerte sich erst in den fünfziger Jahren des
letzten Jahrhunderts wieder an diese immergrüne Pflanze
und verwendete aus dem Wurzelstock hergestellte Extrakte
zur Behandlung von Venenleiden.
Die jungen Schosse wurden früher als Spargelersatz
verzehrt. Tatsächlich ist er mit dem Spargel verwandt
und wird z.T. zu der Familie der Spargelgewächse
gezählt. Einige Autoren befürworten jedoch die Zuteilung
zu einer eigenen Familie, den Ruscaceae, sodass
letztendlich die wahren Verwandschaftsverhältnisse noch
nicht endgültig geklärt scheinen.
Beliebt ist diese Pflanze mit den leuchtend roten Beeren
für Blumenarrangements.
Woher kommt der Name?
Mit zu Büscheln gebundenen Zweigen soll der Mäusedorn
von Metzgern zum Säubern von Schneidbretter und zum
Abdecken von Fleisch- und Wurstwaren gegen Mäuse benützt
worden sein. Der englische Name „butcher’s broom“ =
„Metzgers Besen“ nimmt ebenfalls auf diese Ansicht
Bezug. Das lateinische Wort „aculeatus“ bedeutet
„stechend“. Der Name „Ruscus“ leitet sich wahrscheinlich
vom lateinischen Wort „rusticus“ = ländlich ab. Andere
Quellen halten aber auch als Herkunft eine
Zusammenziehung aus „russeus“, ruber = rot und „scopa“ =
Besen für möglich.
Wo kann der Mäusedorn helfen?
Extrakte aus dem Wurzelstock des stechenden Mäusedorns
besitzen eine gefäßabdichtende und venenzusammenziehende
Wirkung und werden vor allem zur unterstützenden
Behandlung der chronischen venösen Insuffizienz
(Krampfadern) empfohlen. Dieses Krankheitsbild ist
gekennzeichnet durch Schmerzen und Schweregefühl in den
Beinen, Schwellungen, Juckreiz und/oder nächtliche
Wadenkrämpfe. Die Wirkung setzt allerdings nur langsam
ein, so dass eine Behandlung bereits einige Wochen vor
der warmen Jahreszeit, in der sich die Beschwerden
erfahrungsgemäß verschlimmern, über längere Zeit
erfolgen sollte.
Klinische Untersuchungen zur Wirksamkeit bei Krampfadern
sind spärlich, allerdings aufgrund des Wirkmechanismus
plausibel. Über den Nutzen bei Lymphödemen infolge von
Verletzungen oder Operationen herrscht noch wenig
Klarheit, da dazu nur wenige Patienten bisher untersucht
wurden und meist ein Kombinationspräparat eingesetzt
wurde.
Worauf ist unbedingt zu achten?
Während Schwangerschaft und Stillzeit sollten diese
Präparate nicht ohne ärztlichen Rat eingenommen werden,
da hierzu nur wenige Erfahrungen vorliegen.
Bei plötzlich auftretenden Schmerzen oder ausbleibender
Besserung sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.
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