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| Die
Kamille - Matricaria recutita |
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Die Kamille
war bereits den alten Ägyptern als Heilpflanze bekannt
und ist während der Antike und im Mittelalter bis heute
von Bedeutung. Verwechslungen und der synonyme Gebrauch
der Gattungsnamen Anthemis, Chamomilla und Matricaria
führten teilweise zu verwirrenden Bezeichnungen. So
werden z.B. unter „chamomillae flos“ die Blüten der
Römischen Kamille (Anthemis nobile) verstanden.
Ursprünglich glaubte man, Dioskurides verwendete für die
Kamille den Namen „Mutterkraut“, es war dies jedoch eine
Bezeichnung für Tannacetum parthenium, einer
Chrysanthemenart, die heute auch Mutterkraut heißt.
Da die Kamille heutzutage praktisch ausschließlich aus
Kulturen stammt, sind Verunreinigungen durch die
stinkende Hundskamille (Anthemis cotula), die ein stark
allergenes Potenzial besitzt, kaum mehr möglich und
somit ist die Auslösung von Allergien selten geworden.
Besonders wertvolle Kamillensorten stellen die
Züchtungen Degumill? und Manzana? dar. Der im
Lebensmittelhandel angebotene Kamillentee enthält neben
den Blüten meist auch Kraut und ist daher von minderer
Qualität.
Woher kommt der Name?
Der Name Matricaria leitet sich von dem lateinischen
Wort matrix = „Gebärmutter“ ab und bezieht sich auf die
häufige Verwendung der Kamille bei Frauenleiden. Kamille
ist das verkürzte deutsche Wort vom lateinischen
Chamomilla. Chamomilla selbst stammt von der
griechischen Bezeichnung der Pflanze „chamaimelon“ durch
Dioskurides und Plinius ab, das durch chamai = „niedrig“
und melon = „Apfel“ zusammengesetzt ist und auf den
apfelähnlichen Geruch der Kamillenblüten hinweist.
Wo kann die Kamille helfen?
Vor allem wässrig-alkoholische Auszüge aus
Kamillenblüten enthalten das ganze Spektrum wirksamer
Inhaltsstoffe und werden innerlich bei Krämpfen und
entzündlichen Erkrankungen im Magen-Darm-Trakt wie z.B.
Magenschleimhautentzündungen angewandt. Traditionell
werden Kamillenblütenextrakte auch als leichtes
Beruhigungsmittel zur Behandlung von Unruhezuständen und
Nervosität empfohlen. Äußerlich angewandt helfen sie in
Form von Bädern, Spülungen oder Cremes bei Entzündungen
der Haut und Schleimhäute. Bei Reizzuständen der
Atemwege und Erkältungskrankheiten kann eine Inhalation
Erleichterung bringen. Obwohl die Wirkungen schon lange
in der Erfahrungsheilkunde bekannt sind, finden sich bis
jetzt kaum klinische Untersuchungen, die eine
Wirksamkeit wissenschaftlich nachweisen können.
Worauf ist unbedingt zu achten?
Obwohl die echte Kamille selbst ein nur geringes
allergieauslösendes Potential besitzt, kann eine
Kreuzreaktion mit anderen Vertretern der
Korbblütlerfamilie nicht ausgeschlossen werden. Personen
mit Überempfindlichkeit z.B. gegenüber Arnika,
Ringelblume oder Schafgarbe sollten daher
Kamillenprodukte meiden. Auf eine Anwendung im Bereich
der Augen sollte wegen möglicher Reizerscheinungen
verzichtet werden.
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