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| Die Bärentraube
- Arctostaphylos uva-ursi |
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Die unter Naturschutz
stehende Pflanze wächst nur in den kühleren Zonen der nördlichen
Hemisphäre und war daher lange Zeit nur in den nördlichen Ländern als
Heilpflanze bekannt. Erst im 18. Jh. entdeckte man in Wien den Wert der
Bärentraubenblätter und untersuchte zunächst ihre Wirkung bei
Nierensteinleiden. Vor Einführung der Sulfonamide und Antibiotika
stellte Bärentraubenblättertee ein beliebtes Mittel zur Behandlung von
Infektionen der ableitenden Harnwege dar.
Weiterhin wurden Bärentraubenblätter wegen des hohen Gerbstoffgehalts
zum Gerben von Leder und zum Färben von Wolle benutzt.
Woher kommt der Name?
Ausgehend von der Beobachtung, dass Bären die Früchte der Pflanze sehr
gerne fressen, wird sie in vielen Sprachen als „Bärentraube“ (z.B. engl.
bearberry, franz. raisin d’ours) bezeichnet. Der wissenschaftliche Name
stellt ein Tautonom dar, d.h. eine Verdoppelung der gleichen Bedeutung.
Arctostaphylos setzt sich aus dem Griech. „arctos“ = Bär und „staphyle“
= Traube, uva-ursi aus dem Lat. „uva“ = Traube und „ursus“ = Bär
zusammen.
Wo kann die Bärentraube helfen?
Zubereitungen aus Bärentraubenblättern werden in Form von Blasen- und
Nierentees oder Fertigarzneimittel alleine oder in Kombination mit
anderen Pflanzen zur Behandlung von unkomplizierten Harnwegsinfekten,
d.h. einer beginnenden Blasenentzündung ohne Fieber oder Blutbeimengung
im Urin, empfohlen. In Laborversuchen konnte gezeigt werden, dass solche
Extrakte keimabtötend auf bestimmte Erreger wirken. Zurückgeführt wird
dies auf in der Blase gebildetes Hydrochinon, das in der Pflanze als
Vorstufe, dem Arbutin vorliegt. Aussagekräftige klinische Untersuchungen
zur Wirksamkeit existieren allerdings nicht.
Worauf ist unbedingt zu achten?
Da Hydrochinon selbst in hoher Dosierung oder bei langdauernder
Anwendung zu Leberschäden führen kann und zudem im Verdacht steht,
krebserregende und erbgutschädigende Wirkungen zu haben, verbietet sich
eine Anwendung bei Kindern, Schwangeren oder stillenden Müttern. Zudem
sollte die Behandlung nicht länger als sieben Tage und das nicht öfter
als fünf mal pro Jahr durchgeführt werden. Eine unkomplizierte
Blasenentzündung kann leicht fortschreiten, daher sollte unbedingt ein
Arzt aufgesucht werden, wenn Fieber oder Blut im Harn auftreten oder
sich die Beschwerden nicht innerhalb von zwei Tagen deutlich bessern.
Da die Wirksamkeit von Bärentraubenblättern sich bei einem basischen
Harn am besten entfaltet, sollte man harnansäuernde Nahrungsmittel, wie
z.B. Käse, Fleisch und Wurst meiden und sich überwiegend vegetarisch
ernähren.
Bärentraubenblätter weisen einen hohen Gehalt an Gerbstoffen auf, die
bei empfindlichen Personen zu Magenbeschwerden führen können. Durch die
Zubereitung des Tees als Kaltmazerat lässt sich die Verträglichkeit
verbessern. Eine während der Behandlung auftretende Grün- bis
Blaugrünfärbung des Harns ist unbedenklich. |
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