Die
Artischocke ist eine vermutlich aus der Kardone (Cynara
cardunculus) hervorgegangene Kulturpflanze, deren
Blütenknospen bereits im alten Ägypten als Gemüse
genutzt wurden. Römer und Griechen kultivierten die
Pflanze und schätzten nicht nur den Geschmack, sondern
auch die verdauungsfördernden Eigenschaften. Bei uns
bekannt wurde sie erst im Mittelalter, war aber zunächst
nur für Könige und Reiche erschwinglich. Erst im 20.
Jahrhundert wurden die medizinischen Wirkungen näher
erforscht.
Auszüge aus der Artischocke finden auch in der
Herstellung von Magenbittern und Likören Verwendung.
Woher kommt der Name?
Das Wort Artischocke soll sich aus dem arabische
Ausdruck „ardi-schauki“ = Erddorn, Erddistel ableiten.
Cynara leitet sich vom griechischen Wort „kyan“ = Hund
ab und bezieht sich auf die bedornten, an Zähne
erinnernde Blattspitzen. „Scolymus“ bezeichnet eine
Gattung distelartiger Pflanzen, „cardunculus“ bedeutet
im Lateinischen Distelchen.
Wo kann die Artischocke
helfen?
Artischockenextrakte wirken fördernd auf Gallebildung
und Gallefluss und werden vor allem zur Behandlung von
Verdauungsbeschwerden, gekennzeichnet durch Völlegefühl,
Appetitlosigkeit, Blähungen oder Übelkeit, und dem
Reizdarmsyndrom angewandt. Zudem beeinflusst die
Einnahme die Blutfettwerte günstig. Cholesterol- und
Triglyceridspiegel werden gesenkt und und das Verhältnis
von „gutem“ (HDL) zu „bösem“ (LDL) Cholesterin
verbessert. Ferner besitzen solche Extrakte
antioxidative und leberschützende Eigenschaften, was für
die Erhaltung der Gesundheit von Bedeutung ist.
Hervorzuheben ist die ausgezeichnete Verträglichkeit der
Präparate, selbst unter längerer Anwendung wurden kaum
unerwünschte Wirkungen beobachtet.
Worauf ist unbedingt zu
achten?
Da durch die Einnahme die Gallenbildung angeregt und der
Gallenfluss gefördert wird, ist bei Erkrankung der Galle
insbesondere bei Gallensteinleiden unbedingt vor
Einnahme der behandelnde Arzt um Rat gefragt werden.
Ebenfalls sollte ein Arzt aufgesucht werden, falls sich
die Beschwerden nicht innerhalb einer Woche bessern oder
immer wieder auftreten, damit die genaue Ursache
abgeklärt werden kann. Eine Behandlung mit
Artischockenpräparaten kann die Wirkung von
blutgerinnungshemmenden Arzneimitteln vom Cumarintyp
beeinflussen, so dass die Dosierung möglicherweise vom
Arzt angepasst werden muss.
Für die Behandlung während Schwangerschaft und Stillzeit
oder bei Kindern unter 12 Jahren liegen keine Daten vor,
so dass eine Anwendung bei diesem Personenkreis nicht
empfohlen werden kann.
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